BS Großhandel

Ausbildungsdauer:

Die Ausbildungszeit beträgt nach der Ausbildungsordnung 36 Monate. Eine vorausgegangene Vorbildung / Berufsausbildung kann mit bis zu 12 Monaten angerechnet werden. Aufgrund besonderer Vorbildung (z.B. Abitur) besteht folglich die Möglichkeit bereits bei Vertragsabschluss mit dem Ausbildungsbetrieb die Ausbildungszeit auf 2 bzw. 2½ Jahre zu verkürzen.

Nach Vertragsabschluss kann man die Ausbildungszeit nur noch bei überdurchschnittlichen Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule (Notenschnitt: besser als 2,5) um ½ Jahr verkürzen.

Eingangs-qualifikationen

  • Mindestvoraussetzung ist der Erste Schulabschluss
  • Viele Firmen setzen in der Regel jedoch einen Mittleren Schulabschluss voraus
  • geringe Fehlzeiten
  • gute Deutschkenntnisse
  • gute Rechenkenntnisse

Tätigkeiten

Kaufleute im Groß- und Außenhandel der Fachrichtung Großhandel kaufen Waren aller Art bei Herstellern bzw. Lieferanten und verkaufen sie an Handel, Handwerk und Industrie weiter. Sie sorgen für eine kostengünstige Lagerhaltung und einen reibungslosen Warenfluss, d.h., sie überwachen die Logistikkette, prüfen den Wareneingang sowie die Lagerbestände, bestellen Ware nach und planen die Warenauslieferung.

Dabei halten sie sich viel in Büroräumen auf, wo sie am Computer beispielsweise Buchhaltungsaufgaben erledigen. Kunden beraten sie auch direkt im Verkaufsraum. Im Lager nehmen Kaufleute im Großhandel z.B. Warensendungen entgegen. Im Pkw sind sie im Außendienst unterwegs, etwa um Kunden zu akquirieren.

Teilzeitunterricht: Der Berufsschulunterricht findet zur Zeit im ersten Ausbildungsjahr an zwei Berufsschultagen (8 Stunden) statt. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr haben die Auszubildenden nur einen Berufsschultag mit 8 Std. Unterricht.

Schule:

Der Unterricht ist in 12 Lernfelder aufgeteilt:

>1 Den Ausbildungsbetrieb als Groß- und Außenhandelsunternehmen präsentieren
>2 Aufträge kundenorientiert bearbeiten
>3 Beschaffungsprozesse planen, steuern und durchführen
>4 Geschäftsprozesse als Werteströme erfassen, dokumentieren und auswerten
>5 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
>6 Logistische Prozesse planen, steuern und kontrollieren
>7 Gesamtwirtschaftliche Einflüsse auf das Groß- und Außenhandelsunternehmen analysieren
>8 Preispolitische Maßnahmen erfolgsorientiert vorbereiten und steuern
>9 Marketing planen, durchführen und kontrollieren
>10 Finanzierungsentscheidungen treffen
>11 Unternehmensergebnisse aufbereiten, bewerten und nutzen
>12 Berufsorientierte Projekte für den Groß- und Außenhandel durchführen

Im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden laut Ausbildungsrahmenplan beispielsweise:

 

  • wie man Angebote insbesondere hinsichtlich Art, Beschaffenheit, Qualität, Menge, Preis, Verpackungskosten, Lieferzeit sowie Liefer- und Zahlungsbedingungen vergleicht
  • welche branchenüblichen Fachausdrücke, Normen, Maß-, Mengen- und Gewichtseinheiten angewendet werden
  • wie man durch eigenes Verhalten zur Kundenzufriedenheit und Kundenbindung beitragen kann
  • auf welche Weise Daten und Informationen erfasst, gesichert und gepflegt werden
  • wie man Themen und Unterlagen situations- und adressatengerecht aufbereitet und präsentiert
  • was zu beachten ist, wenn man Aufgaben im Team plant und bearbeitet sowie Ergebnisse abstimmt und auswertet

Prüfungen:

Die Zwischenprüfung (programmierte Fragen) wird im zweiten Ausbildungsjahr abgenommen. Im letzten Ausbildungshalbjahr muss eine schriftliche Prüfung abgelegt werden. Die schriftliche Prüfung besteht zu einem Drittel aus programmierten Fragen. Folgende Fächer werden geprüft: Handelsbetriebslehre (180 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten), Rechnungswesen (90 Minuten).

Die abschließende mündliche Prüfung ist für jeden Auszubildenden eine Pflichtprüfung. In der mündlichen Prüfung wird im Schwerpunkt das im Betrieb erworbene Wissen ergänzt durch das entsprechende schulische Theoriewissen geprüft.

Abschlusszeugnisse: Bei erfolgreichem Abschluss der Prüfung erhalten die Auszubildenden von der

  • Berufsschule ein Abschlusszeugnis
  • Industrie- und Handelskammer ein Prüfungszeugnis
    (hier werden ausschließlich Leistungen dokumentiert, die in der Prüfung erbracht wurden)

Zusammenarbeit
Betrieb und
Schule:

Die Zusammenarbeit erfolgt in unregelmäßigen Abständen zur Zeit über Ausbilderabende, Telefongespräche mit Ausbildern, Betriebsbesuche der Klassenlehrer und Betriebsbesichtigungen der Klassen.

Weitere Informationen:

Herr Werner