Chancenvielfalt und Karrieresprungbrett
 
BS Ahrensburg

Tischler Mittel- und Oberstufe

Fachbereich Holztechnik

Berufsschulunterricht Holztechnik (Mittel- und Oberstufe)

Die Tischlerinnen und Tischler gehen bei erfolgreichem Abschluss des Berufsgrundbildungsjahres übergangslos in die Mittelstufe, mit anschließender Oberstufe an der Beruflichen Schule in Ahrensburg (BSA). Die in der Information des BGJ-HT aufgeführten kleineren Handwerkszweige aus dem Berufsfeld 18 der Berufsfelddefinition des BIBB werden zumeist ihre Ausbildung nach der Mittelstufe an einem anderen Standort fortführen. Die Ausbildung endet mit einer Gesellenprüfung.

Nach dem vollschulischen ersten Ausbildungsjahr im Rahmen des BGJs, erfolgt die Fortsetzung der Ausbildung im „Dualen System“. Die Auszubildenden befinden sich jetzt an 4 Tagen in der Woche im Betrieb, um die betrieblichen Arbeitsprozesse und das breitgefächerte Tätigkeitsfeld der TischlerInnen und deren beruflichen Wirklichkeit kennenzulernen und besuchen einmal in der Woche acht Unterrichtsstunden (Ustd.) die BSA. Die Lehr-Lernarrangements in der Berufsschule orientieren sich an weiteren 8 Lernfeldern, in denen im Sinne der vollständigen Handlung und optimaler Verzahnung von fachpraktischen und -theoretischen Inhalten die Auszubildenden sich selbständig und individuell aus- und fortbilden.

Unterrichtsinhalte Mittelstufe

Die Mittelstufe ist fachspezifisch zeitlich und inhaltlich auf 4 Lernfelder aufgeteilt.

Holztechnik Mittelstufe

Lernfeld 5 Einzelmöbel herstellen Lernfeld 5 und Lernfeld 6 werden im ersten Halbjahr unterrichtet.
Lernfeld 6 Systemmöbel herstellen
Lernfeld 7 Einbaumöbel herstellen und montieren Lernfeld 7 und Lernfeld 8 im zweiten Halbjahr unterrichtet.
Lernfeld 8 Raumbegrenzende Elemente des Innenausbaus herstellen und montieren

 

Mittelstufe: Arbeiten mit der Materialliste, Schrankverbinder, Zusammenbau Korpus, Zusammenbau Systemmöbel, Zuschnitt der Werkzeugkiste, Bank bauen,

 Hinzu kommt das Fach Wirtschaft/Politik.

Stundenverteilung/-planung

An dieser Stelle wird beispielhaft dargestellt, wie eine Stundenverteilung in der Mittelstufe aussehen könnte. Durch unterschiedlichste Einflussfaktoren kann sich der Stundenplan ggf. auch ändern und variieren.

Unterrichtsfach 1.    Halbjahr 2.    Halbjahr
Lernfeld-Fachkunde 3 Unterrichtsstunden (1 Ustd. 90 min) 3 Ustd.
Wirtschaft/Politik 1 Ustd. 1 Ustd.

 Stundenplan (Woche) Mittelstufe (Beispiel)

Unterrichtsinhalte Oberstufe

Die Oberstufe ist fachspezifisch zeitlich und inhaltlich auf 4 Lernfelder aufgeteilt.

Holztechnik Oberstufe

Lernfeld 9 Einzelmöbel herstellen Lernfeld 9 und Lernfeld 10 werden im ersten Halbjahr unterrichtet.
Lernfeld 10 Systemmöbel herstellen
Lernfeld 11 Einbaumöbel herstellen und montieren Lernfeld 11 und Lernfeld 12 im zweiten Halbjahr unterrichtet.
Lernfeld 12 Raumbegrenzende Elemente des Innenausbaus herstellen und montieren

 Hinzu kommt das Fach Wirtschaft/Politik. Wirtschaft/Politik wird in jeder Berufsausbildung im Dualen System in der Unter-, Mittel- und Oberstufe unterrichtet, um den Auszubildenden zu veranschaulichen, wie bedeutend ihre Partizipation an politischen Prozessen aller Art ist und die Grundlage demokratisch-freiheitlichen Lebens mündige und informierte Bürgerinnen und Bürger sind.

Oberstufe: Montage Einbauschrank 1, Einbauschrank 2, Oberflächengestaltung, Treppe bauen, Treppe verziehen, Treppenaufriss, CNC-Technik

 

Stundenverteilung/-planung

Unterrichtsfach 1.    Halbjahr 2.    Halbjahr
Lernfeld-Fachkunde 3 Unterrichtsstunden (1 Ustd. 90 min) 3 Ustd.
Wirtschaft/Politik 1 Ustd. 1 Ustd.

Stundenplan (Woche) Oberstufe (Beispiel)

Zusatzqualifikationen

  • Ein erfolgreicher Berufsschulabschluss ist dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertig.

Bei entsprechendem Notendurchschnitt (mindestens 3,0) und nachgewiesenen Englischkenntnissen erwerben Sie den Mittleren Schulabschluss (MSA) mit dem Erhalt des Berufsabschlusszeugnisses und bestandener Berufsabschlussprüfung.

  • Mit Beginn der Mittelstufe können die Auszubildenden mit einem Mittleren Schulabschluss (MSA) den Abendunterricht (Dienstag/Donnerstag von 18-21.30 Uhr) besuchen, um ihre Fachhochschulreife (FHR) zu erlangen, mit der sie anschließend an einer Fachhochschule studieren können oder die Berufsoberschule (BOS) an der Berufsschule in Ahrensburg besuchen, um noch in einem Jahr zusätzlich die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Überbetriebliche Ausbildung

In der Mittel- und Oberstufe müssen die Auszubildenden noch die Maschinenlehrgänge 2 und 3 absolvieren. Diese beiden einwöchigen Maschinenlehrgänge finden in Elmshorn statt. Weitere Informationen gibt es zu Beginn der Mittelstufe durch die Klassenlehrkraft.

Abschlussprüfung

Auf der Grundlage der Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans, in denen Ziele und Inhalte der Berufsausbildung geregelt sind, werden die Abschlussqualifikation in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie – in Verbindung mit Unterricht in weiteren Fächern – der Abschluss der Berufsschule vermittelt. Damit werden wesentliche Voraussetzungen für eine qualifizierte Beschäftigung sowie für den Eintritt in schulische und berufliche Fort- und Weiterbildungsgänge geschaffen.

Die Gesellenprüfung wird durch die Handwerkskammer abgenommen und besteht aus drei Teilen:

  1. Teil: Die ca. siebenstündige theoretische Prüfung beinhaltet 3 Teilprüfungen von Inhalten aller 12 Lernfelder und einer Prüfung im Fach Wirtschaft/Politik.
  2. Teil: Die achtstündige praktische Prüfung beinhaltet die Bearbeitung einer komplexen Aufgabe zu einem Werkstück. Zu Beginn der Prüfung bekommen die Prüflinge eine Zeichnung, durchdringen diese gedanklich, erstellen einen Arbeitsablaufplan, verarbeiten die Aufgabe und überlegen sich zum Schluss, in welchen Bereichen des Arbeitsablaufplanes sie sich noch verbessern müssen und welche Arbeitsgänge von ihnen schon optimal bearbeitet worden sind. Abschließend werden die Werkstücke dem Prüfungsausschuss überreicht, der diese dann beurteilt.
  3. Teil: Der dritte Teil spiegelt die Inhalte betrieblichen und berufsschulischen Ausbildung in einem Gesellenstück wieder. Die Azubis bauen in 100 Stunden auf der Grundlage von Planungen, Skizzen, Zeichnungen und intensiven fachlichen Auseinandersetzungen ein Möbelstück, das bestimmte Kriterien erfüllen muss, die ihnen zu Beginn des Prozesses vom Prüfungsausschuss offen dargestellt werden. Hinzu kommt ein 20minütiges Prüfungsgespräch zur Funktion, Gestaltung und Konstruktion des Gesellenstückes.

Freisprechung

Wenn alle drei Teile erfolgreich bestanden wurden, bekommen die Auszubildenden in einem feierlichen Rahmen ihre Gesellenbriefe überreicht.